Eltville – das Städtchen der Rosen

Dieser Spazier(roll)gang beginnt bei dem Parkplatz am Rheinufer und führt entlang der Rhein-Promenade – diese gilt als eine der schönsten des Rheingaus – zur Kurfürstlichen Burg. Zudem ist es dort völlig autofrei. Übrigens wurde dieses Städtchen bereits 1332 zur Stadt erhoben.

Foto: Stadt Eltville am Rhein
Rote Rosen erblühen

Zu Beginn der Promenade – deren Untergrund aus festgewalztem Sand besteht – fällt der Blick eine zweireihige und schattenspende Platanenallee mit vielen Sitzbänken. Sofern man links von dieser Allee dahinrollt/geht, kann man den Blick über dieses Städtchen schweifen lassen – dabei domminiert die Pfarrkirche St. Peter und Paul, die um 1350 bis 1440 erbaut wurde. Und im Vordergrund lassen sich die einstigen Adelshöfe und idyllischer Gärten erahnen. Hierbei ist das Gebäudegruppe um den „Eltzer Hof“ und das Martinstor (um 1577 und 1600) zu nennen. Erwähnenswert ist ferner das „Haus Rose“ mit den grünen Fensterläden, erstmals 1480 als Hof „uff der Rosen“ erwähnt wurde, dass im Sommer teilweise von Bäumen verdeckt wird.

Nun erreicht man die Rosenanlage, wo es an verschiedenen Stellen unterschiedliche Rosenarten zu betrachtet werden können. So blühen gerade in den Sommermonaten dort Tausende von Rosen und zahlreichen Sorten – darunter manche Raritäten aber auch Neuzüchtungen. Von der Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde erhielt die Stadt Eltville 1988 das Prädikat „Rosenstadt“ verliehen.

Foto: Begegnungsladen Siloah
Biedermeier-Figuren

In der erwähnten Rosenanlage gibt es 16 Standorte, wo es zu manchen näheren Erläuterungen gibt. Zunächst sei auf jener Beete hingewiesen, die sich auf der linken Seite des Burg-Areals befindet. Durch einen Durchgang gelangt man zwischen den Burggraben und der Grabenmauer – dazwischen befindet sich sowohl ein mehrstufiges Blumenbeet (Kaskadenbeet) als auch englische und japanische Rosenbeete. Davor lässt sich rechterhand ein Rosenhügel unter dem Wehrgang betrachten. Außerhalb von diesem Areal gilt nun – vor einer baufällig wirkenden Mauer – einem Biedermeier-Pärchen auf einem Sockel die Aufmerksamkeit. Umgeben sind diese Figuren von insektenfreundlichen Rosen und einem bunten Staudenmix. Interessant erscheinen auch die beiden, als Blumeninsel gestaltete kleinen Beete einerseits sowie die Ausblickmöglichkeiten auf den Rhein andererseits. Diese auseinander liegenden Beete sind mit unempfindlichen Sorten bepflanzt – als Highlight ist dort eine hochstämmige Edelrose zu sehen, die orange/lachsfarben blüht. Erwähnens ist auch das lange Promenaden-Beet an einer teilweise-bewachsenen Mauer. Darin befindet sich im ersten Teil eine Mischung aus Beet-, Strauch- sowie Kleinstrauchrosen. Im zweiten Teil – in Höhe von dem oben erwähnten „Haus-Rose“ – sieht man Bodendecker-Rosen, Stauden sowie Kletterrosen. Weitere Erläuterungen siehe diesen Link – dort gibt es auf Seite 10/11 auch einen Plan der Pflanzen-Standorte (scrollen).

Foto: Begegnungsladen Siloah
Kurfürstliche Burg

Am Ende der Rhein-Promenade thront etwas entfernt die Kurfürstliche Burg, die ab 1330 auf eine zerstörte Vorgängerburg durch Balduin von Trier erbaut wurde. Der Weiterbau und Fertigstellung erfolgten bis etwa 1350 durch seinen Nachfolger. In der Folgezeit gab es Phasen von Zerrstörung und Aufbau einerseits sowie einen häufigen von kirchlichem und weltlichem Besitzerwechsel andererseits. Im Turm erinnert die Gedenkstätte an Johannes Gutenberg (etwa 1400-1468), der die Buchdruckerkunst mit beweglichen Lettern erfand.
Um dorthin zu gelangen, folgt man zunächst der Rosengasse und biegt dann in die nächste Gasse rechts ein. Bevor man dann die Burghofstraße (sehr holperig) erreicht, kommt man jenen alten Adelshof vorüber – die Besitzer waren übrigens Vorfahren von Johannes Gutenberg. Sowohl in der Burgstraße als auch am Burgplatz befinden sich reizvolle Fachwerkhäuser, die aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammen.
Die Kurfürstliche Burg selbst ist allerdings nicht barrierefrei zugänglich, doch vom Burghof hat man einen schönen Blick über die Rheinauen. Auf demselben Weg gelangt man wieder zurück zur Rhein-Promenade.

Foto: P5 Gastronomie GmbH
Lokal „Anleger 511“ —
von der Rheinseite aus

Bevor man zu dem Rosen-Bereich kommt, befindet sich rechterhand das Lokal „Anleger 511“ mit Terrasse und Blick zum Rhein. Dort gibt es neben Snacks und einigen Gerichten auch allerlei Getränke.
Etwas von diesem Lokal entfernt befindet sich die Anlegestelle der Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschifffahrt, die für Rolli-BenutzerInnen barrierefrei zugänglich Fahrgäste ist.
Entlang des Rheinufers geht es wieder zurück zum Ausgangspunkt – dabei lässt sicherlich noch das eine oder andere entdecken.

Navi-Adresse / Behinderten-
Euro-Parkausweis
Deutschland, Eltville, Parkplatz P3 am Rheinufer
Barrierefreies-WC
(Euro-Schlüssel)
Bei der Rosenanlage
Gastronomie ohne barrierefreies WC „Anleger 511“ mit Terrasse – ins Lokal eine Stufe
Schifffahrt Informationen zur Anlegestelle